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Kakao in Schwangerschaft und Stillzeit: Was die Studienlage sagt
Viele werdende und stillende Mütter bekommen den Rat, im Zweifel lieber auf alles mit Koffein oder Theobromin zu verzichten, auch auf Kakao. Diese pauschale Vorsicht ist gut gemeint, deckt sich aber nicht ganz mit dem, was aktuelle Leitlinien großer Gesundheitsbehörden tatsächlich sagen. Wir wollten es genau wissen und haben uns die Quellenlage angeschaut, statt einfach im Zweifel abzuraten.
Was EFSA und NHS zu Koffein in der Schwangerschaft sagen
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) kommt in ihrer wissenschaftlichen Stellungnahme zu dem Schluss, dass ein Koffeinkonsum von bis zu 200 mg pro Tag aus allen Quellen für Schwangere und stillende Frauen unbedenklich ist. Das entspricht etwa zwei Tassen Filterkaffee. Der britische Gesundheitsdienst NHS nennt denselben Grenzwert. Kakao trägt dabei vergleichsweise wenig bei: 20 bis 30 g dunkle Schokolade liefern grob 15 bis 20 mg Koffein, eine übliche Tasse zeremonieller Kakao mit ähnlicher Menge Kakaomasse bewegt sich in einer vergleichbaren Größenordnung, deutlich unterhalb der Tagesgrenze, solange nicht gleichzeitig mehrere Tassen Kaffee oder Tee dazukommen.
Und wie steht es um Theobromin?
Kakao enthält neben wenig Koffein vor allem Theobromin, einen strukturell verwandten, aber milder wirkenden Stoff. Laut der Fachdatenbank LactMed des amerikanischen National Institutes of Health (NIH) gibt es keinen offiziell festgelegten sicheren Tagesgrenzwert für Theobromin in der Stillzeit, doch die in Kakao enthaltenen Mengen sind bei normalem Konsum für das gestillte Kind in aller Regel unproblematisch. Auffälligkeiten beim Baby wie Unruhe oder Schlafprobleme wurden bislang nur in Einzelfällen bei sehr hohem, dauerhaftem Konsum beschrieben, dokumentiert etwa bei einer Mutter, die täglich rund 250 g Kakao und Schokolade zu sich nahm. Ein gelegentlicher Kakao in haushaltsüblicher Menge liegt weit darunter.
Ein Hinweis zur späten Schwangerschaft
Etwas differenzierter sieht es laut einer Tierstudie für sehr hohen Kakaokonsum im letzten Schwangerschaftsdrittel aus: Bei Ratten wurde beobachtet, dass hohe Kakaomengen den fetalen Ductus arteriosus (ein Blutgefäß beim ungeborenen Kind) vorübergehend verengen können. Es handelt sich um eine Tierstudie, keine Untersuchung am Menschen, und sie bezieht sich auf sehr hohe Mengen. Trotzdem ist sie ein plausibler Grund, warum manche Ernährungsempfehlungen dazu raten, im letzten Trimester keine großen Mengen Kakao oder Schokolade zu konsumieren, statt gar keine Aussage zu treffen.
Was das für deine Tasse Kaburoh bedeutet
In der Summe: Eine gelegentliche, bewusst zubereitete Tasse zeremonieller Kakao mit 20 bis 25 g Kakaomasse liegt für die meisten Menschen deutlich innerhalb der als unbedenklich eingestuften Koffeinmenge, auch in Schwangerschaft und Stillzeit. Sinnvoll ist es, den gesamten Koffeinkonsum des Tages im Blick zu behalten (Kaffee, Tee und Kakao zusammengerechnet), im letzten Trimester eher zurückhaltend zu dosieren und bei besonders hohem, regelmäßigem Konsum oder bestehenden Vorerkrankungen zusätzlich die eigene Ärztin, den eigenen Arzt oder die Hebamme einzubeziehen.
Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Er ordnet den aktuellen Stand öffentlich zugänglicher Leitlinien und Studien ein und ersetzt kein persönliches Gespräch mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder deiner Hebamme, insbesondere bei Vorerkrankungen oder individuellen Risikofaktoren.
Fragen zu Dosierung oder Zubereitung?
Unsere FAQ und die Seite Kakao Wissen geben dir weitere Orientierung.
